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Vor einiger Zeit bin ich mit dem Blog auf  meine Homepage umgezogen…

Unter www.selbstgeboren.de geht´s weiter. Ich freue mich auf Deinen Besuch!

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Zeit für Veränderung und ein Dankeschön

Die letzte Zeit war geprägt von Gedanken rund um Veränderung. Mein mittleres Kängurukind ist größer geworden und mit ihm haben sich auch die Ideen rund um meine Artikel verändert. Mein Blog geht weiter unter einem neuen Namen, mit leicht verändertem Themenprofil. Ich möchte Euch einladen,  uns weiterhin zu begleiten. Ich freue mich immer wieder und nach wie vor über Eure Kommentare und persönlichen Worte.

Zum Abschluss hier noch ein paar zuckersüße Worte vom großen Bruder abends im Bett, nachdem wir die Weihnachtsdekoration  in der vergangenen Woche aufgehängt hatten:

Er: “Mama, ich bin traurig.”

Ich: “Oh,  warum denn?”

Er: “Weil ich nichts von der Dekoration essen darf.”

Ich: “Aber die Dekoration kann man doch gar nicht essen.”

Er: “Aber man könnte was zu Essen in die kleinen Stiefelchen tun.”

Mein süßer kleiner Mann. Und was ist sein Weihnachtswunsch? “Ein Känguru, Mama. Mit einem Beutel und einem Baby. Das kann dann durch unseren Garten hüpfen…”

Natürlicher Lebensraum – gefunden im Kiez

Moabit hat einen “natürlichen Lebensraum”. Eigentlich schon seit April, doch wie das manchmal so ist: Da gibt es etwas, auf das Du schon so lange gewartet hast, ohne es richtig zu wissen, doch du hattest  eine Ahnung… Und plötzlich ist es da und es ist so selbstverständlich, dass es erst mal als “NEU” im Gehirn verankert werden muss. So ging es mir mit Anja und ihrem neuen Café welches charmant im Schatten der Markthalle seine Wurzeln geschlagen hat. Mit dem Betreten des Cafés  ist man auch schon auf der Sonnenseite des Lebens angekommen: Feine Kuchenkreationen lachen den Gast aus der Vitrine heraus an. Gleich darüber befindet sich eine kleine Tafel mit der Aufschrift “Keine Selbstbedienung – bitte nehmen Sie Platz.” Diese Aufforderung befielt dem Gast mit liebevoller Strenge sich zu entspannen und an diesem Ort der süßen Kuchenfreuden die Zeit anzuhalten um sich ganz dem Genuss hinzugeben.  IMG_6614

Wer hier Platz nimmt, dem wird kaum entgehen, dass  jemand einen Kindheitstraum wahr gemacht hat. Detailverliebt werden Kuchen auf goldglänzenden Blümchentellern, Kakaospezialitäten in formschönen und extra warmhaltenden Glasbechern serviert. Ich sag nur WEISSE ROSMARINSCHOKOLADE… You´ll never want anything else….

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Antje, die in den Grand Hotels dieser Welt und vor allem im unübertroffenen Hotel Adlon in Berlin gelernt und gearbeitet hat, wagte genau zum richtigen Zeitpunkt den Sprung in die Selbstständigkeit und kreierte mit ihrem kleinen aber feinen Café  einen besonderen Ort an einem besonderen Ort.

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Mit “Kaffee und Kuchen – sonst nichts” bietet sie eine einzigartige Adresse im Kiez. Ganz frei vom herzhaften Genuss ist die Karte aber nicht. Neben der Wiener Kaffeehausspezialität “Eier im Glas” gibt es täglich eine Quiche und frischen Rote-Beete-Aufsstrich mit Brot.

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Antje Menz ist Gastgeberin durch und durch, das ist hier bis ins Detail spürbar. Lautlos schweben sie und Kollege Tristan durch den Raum. Geschickte Handgriffe, die elegant und geübt dafür sorgen, dass man sich hier einfach nur wohl fühlen kann. Wer denkt noch an Kalorien, Fettgehalt oder Cholesterinwerte, wenn die Köstlichkeiten aus der Vitrine auf fröhlichen Pastelltönen und Blümchenmustern an den Tisch gebrachte werden… . Das ist hier einfach nur unwichtig und darf getrost unter den nicht vorhandenenTeppich gekehrt werden. Hier regiert die Süße des Lebens und das ist sehr gut so.

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Demnächst werden verschiedene Backkurse für Groß und Klein angeboten. Los geht es im Dezember mit einer Plätzchenwerkstatt für Kinder an zwei Terminen. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet das Café auch auf facebook.

Periodensystem mit Stil

In der letzten Zeit habe ich einige extrem weibliche Blogbeiträge gelesen. Das Nuf  berichtete in so amüsanter Weise über die kaum zu überbietende Frechheit der Existenz von parfümierten Slipeinlagen, dass ich vor Lachen fast vom Sofa gefallen wäre.

Mit ihrem Posting über “die Tage aller Tage” spricht Joana aus Münster besonders jungen Mädchen aus der Seele und bricht eine Lanze für einen anderen Umgang mit eben diesen, als es in “man sieht fühlt und riecht nichts und sollte einfach so tun als wär alles wie immer- Werbe-Spots” suggeriert wird.  Es wird dann meist für Tampons, oben genannte Parfümeinlagen oder Ibuprofen geworben. Die Krönung der Unsichtbarkeit der Menstruation: Frau schluckt sie einfach runter in dem sie die Pille durch nimmt und einfach gar keinen Ärger mehr mit der Bluterei und dem ganzen Kram hat. Besonders unter jungen Frauen erschreckend weit verbreitete Praxis.

Wenn eine Frau frisch schwanger ist, spreche ich mit ihr beim Ausfüllen des Mutterpass über ihren Zyklus vor der Schwangerschaft und auch über die erste Regel die sie überhaupt hatten. Die meisten können sich an ihren Rythmus vor der Pille kaum erinnern, weil diese Zeit so kurz war. Wenn Verhütung noch nicht notwendig ist, gibt es genügend andere Gründe sie zu verschreiben. Das große Problem daran: Die monatliche Regelblutung ist ein echtes Gesundheitsgeschenk der Natur an uns Frauen. Ein Großteil von ihnen verzichtet lange Jahre des Lebens darauf, dem natürlichen Takt des eigenen Körpers zu lauschen und danach zu tanzen. Lieber nehmen sie synthetische Hormone, die dann die Führung übernehmen und merken erst viel viel später, wie sehr sie aus dem Tritt geraten sind.

Beipackzettel von Hormonpräparaten und Schmerzmitteln sind lang, umfangreich und gruselig und es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum sie gefuttert werden wie Gummibärchen. Weil Schmerzen und Krämpfe so unangenehm sind? Ich nehme an, das ist der Hauptgrund.

Die Schwierigkeiten dieser Zyklusmanipulation sehe ich vor allem in der Tatsache, dass den Frauen langsam aber sicher das eigene gesunde Körpergefühl abhanden kommt. Die Regelblutung muss nicht schmerzhaft sein und ist sie es doch, dann sollte dies umso mehr als Signal für eine nötige Auszeit sein. Die Menstruation unterstützt eine regelmäßigen Entgiftung und mit dem Blut werden Schlacken und Giftstoffe mit ausgeschieden, die sonst womöglich im Körper zurück bleiben.

Nach vorausgegangenen Schwangerschaften gibt es häufig  leichte Zykusveränderungen. Für viele Frauen wird es schmerzfreier und durch die Geburt sind sie im besten Fall mehr mit ihrer Mitte in Kontakt , weil sie gespürt haben, welche enorme Kraft davon ausgeht.

Ich habe als Teenager mehrere Jahre lang Hormone genommen, weil ich es nicht besser wusste und mich nicht intensiver mit dem Thema befasst habe. Während meiner Ausbildung zur Hebamme habe ich damit aufgehört und nie wieder angefangen. Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr dazu gelernt, welche Bedeutung der weibliche Zyklus in vielen Kulturen hat. Wie die monatliche Reinigung der Frau auf besondere Weise gefeiert wird, dass es schöne Rituale gibt, die so ganz anders sind als “fängt die Regel da auf, wo sie passiert”-Tampon-Werbung.

Wie schön es ist, wenn Frauen sich ihre besonderen Tage nicht nehmen lassen und die Zeit in bester Weise nutzen um sich zu pflegen und bestehende Beschwerden zu lindern.

Im Ayurveda gibt es die Empfehlung sich während dieser Zeit, besonders am ersten Tag, nicht die Haare zu waschen, damit nicht unnötig Energie aus dem Unterleib abgezogen wird. Nasser Kopf= Energieverlust. Rein Gefühlsmäßig kann ich mir das gut vorstellen. Nach Geburten gilt übrigens das Gleiche. Beim dritten Kind habe ich es beherzigt und zwar ausgiebig eine Dusche genossen, mir aber erst ein paar Tage später die Haare gewaschen. Das war irgendwie gut.

Mit drei kleinen Kindern im Haus nehme ich meine Auszeit besonders wichtig. Es ist für die ganze Familie gut, wenn die Mutter mit ihrem Rhythmus im Einklang ist. Damit erfüllt sie auch eine wichtige Vorbildfunktion gegenüber Töchtern. Ich weiss es nie auf den Tag genau, im Zweifelsfall passe ich den Terminplan kurzfristig an. Die Kinder respektieren einen Nachmittag Mama-Ruhe ganz gut  und beschäftigen sich rücksichtsvoll mit Puzzeln und Geduldspielen im Kinderzimmer genießen dann gerne mal den besonderen Luxus von Benjamin Blümchen als Doppelfolge und wir lassen es uns gemeinsam gut gehen. Wie gut, wenn wir am Tag zuvor noch Cup-Cakes gebacken haben. Der Liebste dreht mit allen noch eine Extrarunde durch die wehenden Herbstblätter im Garten und kocht den leckersten Frauentee.

IMG_6685 Von der Bahnhofsapotheke in Kempten gibt es ein sehr schönes Öl. Das Geburtsöl, welches auch ganz toll zur Bauchmassage oder bei Kreuzbeinschmerzen während der Tage genutzt werden kann. Ein wunderbar weiblicher Duft, der sanft einhüllt, wärmt und einfach gut tut…

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Lieblingbuch…

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Lieblingsschmuck…

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Kuschelpulli…

Wie könnte Dein ganz persönliches Ritual aussehen? Lass es Dir gut gehen…

Buch: Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand

Pullover: Rosa von Schmaus

Armband: Tiffany&Co

Kette: “In the moonlight” LR

Yes, we can! – Bahnfahrt mit links

Freitag war nach längerer Zeit wieder einmal Reisetag. Mit drei Kindern um die Welt bzw. von Berlin nach Köln. Ich habe es wieder getan, obwohl ich schon mal gesagt habe, ich mach´s nie wieder. Da war ein Vormittag mit einem Baby das um 6:30 das Elternbett voll gekotzt hatte.(Nachwirkungen von der Streuglitzerampulle der großen Schwester, deren Inhalt ich vorgestern im Babymund wieder fand?)

Der Beschluss, dass zwei Outfits plus das am Körper pro Person für eine Woche Herbstferien ausreichend sind war schnell gefallen, nachdem ich um 11 Uhr immer noch nichts weiter getan hatte als gestillt und gestillt und ein Glas Wasser getrunken und ein Rührei gegessen.

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Wir erreichten den Berliner Hauptbahnhof nach zäh fließendem Baustellenverkehr um 13:44 Uhr. Um 13:46 waren wir schon auf der zweiten Rolltreppe und der Liebste sprintete herbei, nachdem er das Auto schnell quer im Taxistand abgestellt hatte. Eine sehr nette italienische Dame übernahm ohne zu zögern die Lunch-Tüte, obwohl das Glas mit den Ravioli in der Tomatensauce nicht ganz ungefährlich aussah und um 13:47 waren wir drin im ICE. Noch ein Kuss, piep, Tür zu.  Der Liebste blieb zurück in Berlin mit dem größten Wohnungschaos seit unserem Einzug und ich stand mit drei Kindern im rollenden Zug. 6 Wagenmeilen lagen zwischen uns und unseren reservierten Plätzen. Umgekehrte Wagenreihung sollte verboten werden! (Mein persönlicher Geheimtip für Bahnfahrten und eventuelle Sprinteinheiten am Bahnhof: Cashmere. Denn so ein kuschelweicher Pullover direkt auf der Haut getragen sorgt für bestes Reiseklima und verzeiht auch den ein oder anderen Schweißausbruch beim Kinder-und Gepäckschleppen.)

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Es folgte kein großes Durcheinander und keine Fahrt am Rande des Wahnsinns über die man frühestens 37 Monate später mal aus reiner Situationskomik heraus lachen kann. Die Bedingungen waren hart. Sehr hart.

– Immer noch fast 1,5 Stunden Streckenverlängerung wegen Hochwasserschäden

– Ein Baby (blass, aber gut gelaunt) bei dem der Mageninhalt zwar den richtigen Weg kennt, aber in seiner Konsistenz nur als absolut dünnflüssig beschrieben werden kann

– Koffer, Tasche, Tasche, Tüte, Kinderrucksack, Kind im Ringsling

– Total überfüllter Zug (und damit auch alle Gänge)

– Keine Freiwilligen

– Keine Zivis

– Keine Bahnhofsmission

– Zugpersonal das freundlich Gratiszeitungen an die Fahrgäste verteilt (zur Besänftigung dieser ) und dabei zusätzlich im Gang verweilt (die Auswahl an Tageszeitungen ist ja riiiiiieeeesig!!)

– Kleine Jungs mit stinkenden Pizza-Stücken in der Hand, die das Mutter-Kind-Abteil bewachen und kauend “hier ist voll” grunzen

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Was soll ich sagen, der Nervenzusammenbruch blieb aus. Im Gegenteil. Ich war die Tiefenentspannung in Person. Parkte die Kinder vor den Augen des Pizzafressers im Mutter-Kind Abteil, wuchtete unser Gepäck freudestrahlend bis in die letzten Tiefen von Wagen 37, vertrieb freundlich die Mitreisenden, die sich etwas zu früh über den reservierten und noch nicht besetzten Vierertisch gefreut hatten, holte die Kinder nach und war 5 Stunden und 34 Minuten die Ruhe selbst. Dabei sah ich selbstverständlich blendend aus, wechselte drei überlaufende Windeln beim Baby über dem Waschbecken der normalen Toilette (Wickeltisch war ja 4 Wagenreihen weiter weg). Hinterließ keine Spuren, fegte Krümel, schlichtete Streit, verteilte gesundes Essen und Trinken und als das alles nicht mehr half feierten wir eine Gummibärchen-Party (gab es neben den Gratiszeitungen in reichlichen Mengen) und ich nahm dem vorbeirollenden Snackverkäufer dankend eine Flasche Cola ab. Große Schwester und kleiner Bruder tingelten einmal zum Boardrestaurant und kamen mit zwei Magnum-Mandel zurück (“Ach ja Mama, du wolltest ja ein Stück Kuchen, haben wir ganz vergessen. Hier ist dein Restgeld.” Nach zwei Dritteln gaben sie auf. Ich durfte die Reste essen und teilte mit dem Baby. Alles andere wäre vor seinen kleinen großen Augen nicht zu rechtfertigen gewesen. Im süßen Koma überstanden wir Hagen und Wuppertal ziemlich gut. Wir hatten viel Spaß mit kleinen Buchstabenwürfeln, die ich als Überraschung eingepackt hatte.

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Beim Aussteigen half uns ein sehr netter Mitreisender, der unser waghalsiges Abenteuer wie folgt kommentierte: “Kompliment wie Sie das machen. Ich habe drei Enkelkinder im gleichen Alter und würde niemals alleine mit denen Zug fahren.”

Ja, ich bin auch sehr zufrieden mit mir. Ach, eigentlich mehr als das. Ich denke ich bin tatsächlich so etwas wie Wonderwoman.

Ab heute heiße ich Jakob

sagte der kleine Bruder am Freitag und seitdem nennen wir ihn bei seinem Zweitnamen. Dafür sind die ja schließlich gedacht, dass die Kinder sich möglichst selbst entscheiden können und etwas zur Auswahl haben.

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So gab es am Wochenende ein kleines Namensfest im Garten von Oma und Opa. Natürlich haben wir auch gesungen. Ein sehr bekanntes Jakob-Lied in vier Sprachen. Die große Schwester kann das nämlich auch auf arabisch.

Glücklich ist er, unser kleiner “neuer” Sohn… Und ziemlich entschieden noch dazu. Er macht schließlich keine halben Sachen…

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