Bye bye Auto

IMG_6645

 

Es liegt schon ein paar Tage zurück, dass unser Auto auf einem Abschleppwagen unsere Straße verlassen hat. Wie passend zum Abschied dieses Herbstblatt auf der Heckscheibe klebte. Unser etwas undichter und manchmal holpriger Skoda hat nach einem Crash, für den er wirklich nichts konnte (und die Frau am Steuer übrigens auch nicht 😉 den Stempel der unwirtschaftlichen Reperaturfähigkeit erhalten und tritt nun in einem nahe liegenden Nachbarland sein zweites Leben an. Der Abschleppmann und seine Frau waren so nett. Die Kinder wurden beim großen Auflademanöver mit Keksen versorgt und mit besten Grüßen an den neuen Besitzer viel uns der Abschied leichter.

Er war ein wunderbar zuverlässiger Begleiter unserer Familie in den letzten anderthalb Jahren. Unser erstes Familienauto überhaupt. Er ging so ohne murren und knurren wie er auch zu uns gekommen war und wir verbinden viele schöne Fahrten quer durch Berlin, an die Ostsee, durch´s ganze Land mit ihm. Er hatte keine Klimaanlage aber einen Fünffach-CD-Wechsler. Man konnte ihn nur an der Fahrertür aufschließen aber die Fensterheber waren elektrisch. Die Bezüge waren recht fleckig aber es haben alle drei Kinder in ihren Sitzen auf die Rückbank gepasst.

Nun sind wir für 4 Wochen ohne Auto. Genug Zeit vom alten Abschied zu nehmen und sich dann doch sehr sehr auf das Neue zu freuen, weil es mit drei Kindern (auch in der Stadt) doch eine ganz schöne Erleichterung ist.

Natürlicher Lebensraum – gefunden im Kiez

Moabit hat einen “natürlichen Lebensraum”. Eigentlich schon seit April, doch wie das manchmal so ist: Da gibt es etwas, auf das Du schon so lange gewartet hast, ohne es richtig zu wissen, doch du hattest  eine Ahnung… Und plötzlich ist es da und es ist so selbstverständlich, dass es erst mal als “NEU” im Gehirn verankert werden muss. So ging es mir mit Anja und ihrem neuen Café welches charmant im Schatten der Markthalle seine Wurzeln geschlagen hat. Mit dem Betreten des Cafés  ist man auch schon auf der Sonnenseite des Lebens angekommen: Feine Kuchenkreationen lachen den Gast aus der Vitrine heraus an. Gleich darüber befindet sich eine kleine Tafel mit der Aufschrift “Keine Selbstbedienung – bitte nehmen Sie Platz.” Diese Aufforderung befielt dem Gast mit liebevoller Strenge sich zu entspannen und an diesem Ort der süßen Kuchenfreuden die Zeit anzuhalten um sich ganz dem Genuss hinzugeben.  IMG_6614

Wer hier Platz nimmt, dem wird kaum entgehen, dass  jemand einen Kindheitstraum wahr gemacht hat. Detailverliebt werden Kuchen auf goldglänzenden Blümchentellern, Kakaospezialitäten in formschönen und extra warmhaltenden Glasbechern serviert. Ich sag nur WEISSE ROSMARINSCHOKOLADE… You´ll never want anything else….

IMG_6615

Antje, die in den Grand Hotels dieser Welt und vor allem im unübertroffenen Hotel Adlon in Berlin gelernt und gearbeitet hat, wagte genau zum richtigen Zeitpunkt den Sprung in die Selbstständigkeit und kreierte mit ihrem kleinen aber feinen Café  einen besonderen Ort an einem besonderen Ort.

IMG_6622 IMG_6623

Mit “Kaffee und Kuchen – sonst nichts” bietet sie eine einzigartige Adresse im Kiez. Ganz frei vom herzhaften Genuss ist die Karte aber nicht. Neben der Wiener Kaffeehausspezialität “Eier im Glas” gibt es täglich eine Quiche und frischen Rote-Beete-Aufsstrich mit Brot.

IMG_6624

IMG_6625

Antje Menz ist Gastgeberin durch und durch, das ist hier bis ins Detail spürbar. Lautlos schweben sie und Kollege Tristan durch den Raum. Geschickte Handgriffe, die elegant und geübt dafür sorgen, dass man sich hier einfach nur wohl fühlen kann. Wer denkt noch an Kalorien, Fettgehalt oder Cholesterinwerte, wenn die Köstlichkeiten aus der Vitrine auf fröhlichen Pastelltönen und Blümchenmustern an den Tisch gebrachte werden… . Das ist hier einfach nur unwichtig und darf getrost unter den nicht vorhandenenTeppich gekehrt werden. Hier regiert die Süße des Lebens und das ist sehr gut so.

IMG_6627 IMG_6631

Demnächst werden verschiedene Backkurse für Groß und Klein angeboten. Los geht es im Dezember mit einer Plätzchenwerkstatt für Kinder an zwei Terminen. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet das Café auch auf facebook.

Trippelschritte zum Geburtstag

Es geht in Trippelschritten auf den ersten Geburtstag von unserem Kleinsten zu. Wie das bei einem allerersten Geburtstag so ist, kommt in der Zeit um den besonderen Tag herum diese magische Stimmung wieder auf, die ein Jahr zuvor die Geburt umgeben hat. Es sind die Tage, in denen ich im letzten September das Schlafzimmer für die Hausgeburt vorbereitet habe. Die Checkliste abgearbeitet, Eispacks im Gefrierfach verstaut, Mini-Sachen gewaschen, mit einem liebevollen Lächeln Stoffwindeln gefaltet habe.

Jens und ich haben uns auf einen Ausgehabend zu zweit gefreut und sind ins Musical “Hinter´m Horizont” gegangen. Ich sollte Udo mal einen Brief schreiben, dass seine Musik meinem Kind so gut gefallen hat, dass es nur ein paar Stunden später unbedingt auf die Welt wollte. Den “Panik-Planet” endlich hautnah erleben.

Kurz vor seinem Geburtstag ist unser Kleinster das strahlendste Lächeln und pures Glück in Person. Er ist  ganz angekommen in unserer Familie, in seiner kleinen Welt, die er jeden Tag so neugierig und freudig erkundet und bestaunt. Er bringt uns alle dazu, die kleinen und großen Dinge mit seinen Augen zu sehen. Wie sehr ich diese Eigenschaft an unseren Kindern liebe, dass sie uns immer wieder auf´s Neue mit auf ihre Entdeckungsreise nehmen.

Ihr seid eingeladen mit uns zu feiern, in der kommenden Woche wird es eine schöne Verlosung geben, lasst Euch überraschen.

IMG_2837

September 2012

IMG_6173

September 2013

Wo Zuhause ist

In der vergangenen Woche sind bei uns ein paar Würfel gefallen. Dazu gehörte auch die Entscheidung, dass wir weiterhin in Berlin wohnen werden. In den letzten Monaten standen Perspektiven im Raum, die einen Umzug an den Rhein bedeutet hätten. Wir hatten uns auf eine neue Stadt und eine grüne Umgebung mit viel Wasser und Bergen gefreut. Nun kommt es anders als gedacht. Wir sind hier.

IMG_5461

IMG_5457

Im Juli habe ich viel Zeit im Garten meiner Kindheit verbracht. In dem einen Garten. Es gibt ja zwei. Der erste erinnert mich an Schubkarrenrennnen, über den Zaun klettern, kaputte Ostereier und herrlich stinkende Brennesseljauche. Dieser Garten ist lange Vergangenheit.

Der zweite Garten ist mir vertraut geblieben und schenkt jetzt meinen Kindern ebenso schöne Sommertage. Hier wachsen immer doch die selben Johannisbeersträucher und aufmerksame Leser wissen, was für leckere Marmelade sich aus ihren Früchten zaubern lässt. Wenn ich im Haus meiner Eltern den oberen Flur entlang gehe, machen die Dielen das selbe Geräusch wie bei meiner ersten zögerlichen Schritten darauf. Das ist 23 Jahre her und die Vorstellung, dass dieses neue Haus so ein Zuhause werden sollte wie unser altes fiel mir damals sehr schwer. Das ist es auch nie geworden. Zum Glück. Es wurde anders und ganz es selbst.

Heute für uns viele Stunden Zug- oder Autofahrt entfernt. Das ist manchmal gut und an anderen Tagen nicht so leicht auszuhalten. Dann, wenn ich am Telefon höre, wie mein Katerchen leise an der Tür maunzt. Wenn ich bei Oma am Küchentisch sitzen will, wenn meine kleine Schwester aus Australien zurück kommt und ich sie nicht mit wehenden Fahnen im Familiennest begrüßen kann. Dann, wenn meine Große mal ganz dringend ihren Papa sehen und anfassen will. Weil wir uns nicht hin und her beamen können, ist nicht alles möglich was sich das Herz in dem ein oder anderen Moment wünscht. Wenn ich meine Familie über 6 Wochen nicht gesehen habe, wird die Zeit  lang.

IMG_5483

IMG_5479

IMG_5470

Dann ist es gut mal wieder in den ICE zu steigen und zu reisen. Nach Hause, oder in die Heimat? Ist das ein Wiederkommen oder ein Besuch? Manchmal ist das je nach Fahrtrichtung unterschiedlich. Es gibt auch Zeiten, da fühlen sich beide Strecken wie der Weg nach Hause an. Manchmal auch nur eine oder keine. Dann verliert der Ort an Priorität und das zu Hause reist mit. Gut eingepackt in den schönsten Koffer den ich habe. Im Herzen bin ich überall zu Hause wo ich ich selbst sein kann und das auch bin. Auch das ist manchmal nur eine Entscheidung.

Berlin umarmt mich nun schon im vierten Jahr. Mal sanft und mal mit seinem rauem Ton, an den ich mich immer noch nicht wirklich gewöhnen will. Die Kinder haben hier viel Stadtleben gesehen und Natur erlebt. Auch das ist alles Berlin.

IMG_2166

IMG_2176

IMG_2163

IMG_2172

IMG_2095

Es sind nicht nur die dringend notwendigen Kackesauger, Glasscherben und Zigarettenkippen im Spielplatzsand. Es ist nicht nur der Winter, der unendlich grau und kalt ist in dieser Stadt. Es sind nicht nur die fehlendenden Sterne am Himmel und der Gestank, wenn die Müllabfuhr kommt.

Ich war noch nie sie oft und so lange krank wie hier, aber meine Gedanken waren noch nie so gesund! Ich habe hier eine Leichtigkeit kennen gelernt, die ich vorher wohl oft vermisst habe ohne es zu wissen. Berlin hat uns in seine Arme genommen und wir waren im Grunde nie Fremde hier.

Unsere Jungs sind hier auf die Welt gekommen. Die große Schwester hat gelernt, wie man sich prima in der Großstadt zurecht findet und ihre Freunde gefunden.

Hier hat Alice Schwarzer mich in den Arm genommen und meiner quengelnden Tochter liebevoll zugezwitschert: “Na kleines Fräulein, gehört die Mama Dir ganz allein oder darf sie auch noch ihr eigenes Leben haben?”

IMG_5897

Und manchmal kann Zuhause auch in einem Schrank versteckt sein, der ein Leben begleitet und jeden Ort gesehen hat, der Heimat bedeuten kann. Die Aussicht darauf von meinem Lieblingsplatz aus ist wie ein tiefer Atemzug schöner Momente, die man in sich aufsaugen kann.

IMG_5780

Nicht zu vergessen die besten Schwiegereltern der Welt, mit denen ich gleich zweifach gesegnet bin. Die einen haben die schönsten Blumen im Garten, die anderen den besten Ausblick vom Balkon.

Bild

Wohin es das Herz auch zieht… Wenn´s mal schnell gehen muss gibt es hier zu guter letzt noch die Airline mit den Schokoherzen. Solange es noch den Flughafen Tegel gibt und ich bin sicher den gibt es noch seeeeeeehr lange ;-), ist der Weg nach Hause, wo immer das ist, nur einen Luftsprung entfernt…

Diese Milch macht´s!

IMG_5907

 

Auf dem Biomarkt an der Thusneldakirche gibt es seit einiger Zeit einen tollen Rohkoststand. Kekse und Brot kaufe ich dort schon seit einiger Zeit. Es schmeckt alles köstlich und ist dabei zucker- und zum größten Teil auch glutenfrei. Die sehr nette polnische Familie stellt die Leckereien selbst her und ist dabei sehr kreativ, was die Zutaten angeht. So habe ich hier zum ersten Mal  Grünkohlbrot probiert. Mit Avocado, ein paar Spritzern Zitronensaft und Salz EM-Salz schmeckt es einfach nur großartig. Bei den Keksen mag ich am liebsten die mit Waldbeeren und Cranberries. Dem kleinsten schmeckt am besten Banane-Kokos.

Seit letzter Woche gibt es nun auch frische Rohmilch von Kühen und Ziegen. Ebenso rohe Butter und Sahne. Was für ein Geschmackserlebnis. Ich kann Dir nur wärmstens empfehlen, einen Bauern Deines Vertrauens zu suchen und mal rohe Butter auf ein Brot zu schmieren. Du willst nichts anderes mehr…

Die große Schwester ist ganz verliebt in die Milch und hat schon bemerkt, dass die “ganz besonders schön weiß” ist. Einmal gab´s dies Woche Bananenmilch und es war soooooo lecker. Auf diesen Genuss sollte natürlich keiner verzichten und so wurden alle zu Tisch gebeten, die hier bei uns so wohnen. Die Großen, die Kleinen, die Allerkleinsten mit Wuschelhaar..

.IMG_5914

IMG_5912

Weil sie so schön sind

IMG_5851

 

habe ich Katarina und Aimee heute gefragt, ob sie nicht nur im Café Natürlicher Lebensraum sondern auch hier im Blog Platz nehmen möchten. Mit ihren beiden wunderschönen pastellfarbenen Shirts sahen sie auch bei 38 Grad im Schatten der Moabiter Markthalle einfach zauberhaft aus. Und dann strahlten sie auch noch so fröhlich in den Tag hinein. Danke ihr zwei  für den gekonnten Auftritt als Vanilla-Schokominza-Prinzessinen am Dornröschentisch.

Wer ebenfalls in dieses bonbonfarbene Flair mitten in Moabit eintauchen möchte, dem sei ein Besuch in Antjes Backstube ans Herz gelegt. Köstliche Kuchen, auch solche die zu den heißen Temperaturen genießbar sind, finden sich jeden Tag frisch in der Auslage. Wenn es geht, dann bitte im Pastell-Partnerlook mit der besten Freundin. Ich möchte wieder so gerne zum Nachbartisch rüber gucken wenn ich einen weißen Tee aus Oma´s Blumenkännchen genieße….

Grüne Weiße, Käfer vom Baum und Notizbuchkritzelei

Sommerabend mit dem Liebsten genießen. Wir zwei im Tiergarten mit nem schlafenden Kind im Charriot und einem vor Papas Bauch. Einfach herrlich, wenn man so zu viert zu zweit ausgehen kann…

IMG_5823

Die Kombination von Melone und Avocado im Feldsalat war großartig. Das werde ich zu Hause nachmachen.

IMG_5825

Käfer vom Baum gab es als Gratisbeilage. Weil ich die nicht so essen mochte, war eine gute Beobachtungsgabe gefragt. Die hatten nämlich die gleiche Farbe wie der Salat, die Avocado, das Brötchen, der Teller. Das waren Chamäleon-Käfer.

IMG_5826

Viele gute Gedanken und Iden aufgeschrieben. Die Leute gucken dann immer so:” Warum sitzen die da nebeneinander im Biergarten und kritzeln die ganze Zeit in Notizbüchern rum?”  Hier ist die Antwort: Wir machen das so gerne zusammen. Unsere Familienpläne gemeinsam formulieren, eigene Pläne abgleichen, uns gegenseitig von Ideen erzählen. Und damit das Brainstorming-Chaos danach nicht im Kopf rumfliegt: Aufschreiben. gaaanz wichtig.

IMG_5827

Und Alkohol ist einfach nichts für mich. Von der leckeren Berliner Weisse hat sogar mein Mann mit getrunken, aber hier war Schluss – ich wollte ja schließlich noch mit dem Fahrrad nach Hause fahren…