Wo Zuhause ist

In der vergangenen Woche sind bei uns ein paar Würfel gefallen. Dazu gehörte auch die Entscheidung, dass wir weiterhin in Berlin wohnen werden. In den letzten Monaten standen Perspektiven im Raum, die einen Umzug an den Rhein bedeutet hätten. Wir hatten uns auf eine neue Stadt und eine grüne Umgebung mit viel Wasser und Bergen gefreut. Nun kommt es anders als gedacht. Wir sind hier.

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Im Juli habe ich viel Zeit im Garten meiner Kindheit verbracht. In dem einen Garten. Es gibt ja zwei. Der erste erinnert mich an Schubkarrenrennnen, über den Zaun klettern, kaputte Ostereier und herrlich stinkende Brennesseljauche. Dieser Garten ist lange Vergangenheit.

Der zweite Garten ist mir vertraut geblieben und schenkt jetzt meinen Kindern ebenso schöne Sommertage. Hier wachsen immer doch die selben Johannisbeersträucher und aufmerksame Leser wissen, was für leckere Marmelade sich aus ihren Früchten zaubern lässt. Wenn ich im Haus meiner Eltern den oberen Flur entlang gehe, machen die Dielen das selbe Geräusch wie bei meiner ersten zögerlichen Schritten darauf. Das ist 23 Jahre her und die Vorstellung, dass dieses neue Haus so ein Zuhause werden sollte wie unser altes fiel mir damals sehr schwer. Das ist es auch nie geworden. Zum Glück. Es wurde anders und ganz es selbst.

Heute für uns viele Stunden Zug- oder Autofahrt entfernt. Das ist manchmal gut und an anderen Tagen nicht so leicht auszuhalten. Dann, wenn ich am Telefon höre, wie mein Katerchen leise an der Tür maunzt. Wenn ich bei Oma am Küchentisch sitzen will, wenn meine kleine Schwester aus Australien zurück kommt und ich sie nicht mit wehenden Fahnen im Familiennest begrüßen kann. Dann, wenn meine Große mal ganz dringend ihren Papa sehen und anfassen will. Weil wir uns nicht hin und her beamen können, ist nicht alles möglich was sich das Herz in dem ein oder anderen Moment wünscht. Wenn ich meine Familie über 6 Wochen nicht gesehen habe, wird die Zeit  lang.

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Dann ist es gut mal wieder in den ICE zu steigen und zu reisen. Nach Hause, oder in die Heimat? Ist das ein Wiederkommen oder ein Besuch? Manchmal ist das je nach Fahrtrichtung unterschiedlich. Es gibt auch Zeiten, da fühlen sich beide Strecken wie der Weg nach Hause an. Manchmal auch nur eine oder keine. Dann verliert der Ort an Priorität und das zu Hause reist mit. Gut eingepackt in den schönsten Koffer den ich habe. Im Herzen bin ich überall zu Hause wo ich ich selbst sein kann und das auch bin. Auch das ist manchmal nur eine Entscheidung.

Berlin umarmt mich nun schon im vierten Jahr. Mal sanft und mal mit seinem rauem Ton, an den ich mich immer noch nicht wirklich gewöhnen will. Die Kinder haben hier viel Stadtleben gesehen und Natur erlebt. Auch das ist alles Berlin.

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Es sind nicht nur die dringend notwendigen Kackesauger, Glasscherben und Zigarettenkippen im Spielplatzsand. Es ist nicht nur der Winter, der unendlich grau und kalt ist in dieser Stadt. Es sind nicht nur die fehlendenden Sterne am Himmel und der Gestank, wenn die Müllabfuhr kommt.

Ich war noch nie sie oft und so lange krank wie hier, aber meine Gedanken waren noch nie so gesund! Ich habe hier eine Leichtigkeit kennen gelernt, die ich vorher wohl oft vermisst habe ohne es zu wissen. Berlin hat uns in seine Arme genommen und wir waren im Grunde nie Fremde hier.

Unsere Jungs sind hier auf die Welt gekommen. Die große Schwester hat gelernt, wie man sich prima in der Großstadt zurecht findet und ihre Freunde gefunden.

Hier hat Alice Schwarzer mich in den Arm genommen und meiner quengelnden Tochter liebevoll zugezwitschert: “Na kleines Fräulein, gehört die Mama Dir ganz allein oder darf sie auch noch ihr eigenes Leben haben?”

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Und manchmal kann Zuhause auch in einem Schrank versteckt sein, der ein Leben begleitet und jeden Ort gesehen hat, der Heimat bedeuten kann. Die Aussicht darauf von meinem Lieblingsplatz aus ist wie ein tiefer Atemzug schöner Momente, die man in sich aufsaugen kann.

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Nicht zu vergessen die besten Schwiegereltern der Welt, mit denen ich gleich zweifach gesegnet bin. Die einen haben die schönsten Blumen im Garten, die anderen den besten Ausblick vom Balkon.

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Wohin es das Herz auch zieht… Wenn´s mal schnell gehen muss gibt es hier zu guter letzt noch die Airline mit den Schokoherzen. Solange es noch den Flughafen Tegel gibt und ich bin sicher den gibt es noch seeeeeeehr lange ;-), ist der Weg nach Hause, wo immer das ist, nur einen Luftsprung entfernt…

Diese Milch macht´s!

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Auf dem Biomarkt an der Thusneldakirche gibt es seit einiger Zeit einen tollen Rohkoststand. Kekse und Brot kaufe ich dort schon seit einiger Zeit. Es schmeckt alles köstlich und ist dabei zucker- und zum größten Teil auch glutenfrei. Die sehr nette polnische Familie stellt die Leckereien selbst her und ist dabei sehr kreativ, was die Zutaten angeht. So habe ich hier zum ersten Mal  Grünkohlbrot probiert. Mit Avocado, ein paar Spritzern Zitronensaft und Salz EM-Salz schmeckt es einfach nur großartig. Bei den Keksen mag ich am liebsten die mit Waldbeeren und Cranberries. Dem kleinsten schmeckt am besten Banane-Kokos.

Seit letzter Woche gibt es nun auch frische Rohmilch von Kühen und Ziegen. Ebenso rohe Butter und Sahne. Was für ein Geschmackserlebnis. Ich kann Dir nur wärmstens empfehlen, einen Bauern Deines Vertrauens zu suchen und mal rohe Butter auf ein Brot zu schmieren. Du willst nichts anderes mehr…

Die große Schwester ist ganz verliebt in die Milch und hat schon bemerkt, dass die “ganz besonders schön weiß” ist. Einmal gab´s dies Woche Bananenmilch und es war soooooo lecker. Auf diesen Genuss sollte natürlich keiner verzichten und so wurden alle zu Tisch gebeten, die hier bei uns so wohnen. Die Großen, die Kleinen, die Allerkleinsten mit Wuschelhaar..

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Mama hat heute frei

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Es war so ein Abend an dem die Ohren dröhnen von Kindergeschrei, Lärm, Gezanke und unbekannten Flugobjekten im Flur. Dazu kam ein Ehemann, der einfach zu viele Fragen stellte. Höchste Zeit für die Mutter sich die Handtasche zu schnappen und das Haus zu verlassen.

Das Klagelied welches sich noch unter der Wohnungstür hindurch zu schieben versucht, verhallt recht schnell während man leichtfüßig und ganz allein die Treppe hinunter schwebt.

Ich hatte einen wundervollen Abend mit Fußball, Buletten und lieben Nachbarn aus Moabit und meinem liebsten Nachbarland. Passend dazu war mein Cocktail sehr oranje-farben.  Zwei Stunden später komme ich nach Hause in eine stille Wohnung. Mein Lieblingsberliner hat aufgeräumt und keine weiteren Fragen. Wie schön es doch ist entbehrlich zu sein.

 

Ab heute heiße ich Jakob

sagte der kleine Bruder am Freitag und seitdem nennen wir ihn bei seinem Zweitnamen. Dafür sind die ja schließlich gedacht, dass die Kinder sich möglichst selbst entscheiden können und etwas zur Auswahl haben.

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So gab es am Wochenende ein kleines Namensfest im Garten von Oma und Opa. Natürlich haben wir auch gesungen. Ein sehr bekanntes Jakob-Lied in vier Sprachen. Die große Schwester kann das nämlich auch auf arabisch.

Glücklich ist er, unser kleiner “neuer” Sohn… Und ziemlich entschieden noch dazu. Er macht schließlich keine halben Sachen…

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Weil sie so schön sind

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habe ich Katarina und Aimee heute gefragt, ob sie nicht nur im Café Natürlicher Lebensraum sondern auch hier im Blog Platz nehmen möchten. Mit ihren beiden wunderschönen pastellfarbenen Shirts sahen sie auch bei 38 Grad im Schatten der Moabiter Markthalle einfach zauberhaft aus. Und dann strahlten sie auch noch so fröhlich in den Tag hinein. Danke ihr zwei  für den gekonnten Auftritt als Vanilla-Schokominza-Prinzessinen am Dornröschentisch.

Wer ebenfalls in dieses bonbonfarbene Flair mitten in Moabit eintauchen möchte, dem sei ein Besuch in Antjes Backstube ans Herz gelegt. Köstliche Kuchen, auch solche die zu den heißen Temperaturen genießbar sind, finden sich jeden Tag frisch in der Auslage. Wenn es geht, dann bitte im Pastell-Partnerlook mit der besten Freundin. Ich möchte wieder so gerne zum Nachbartisch rüber gucken wenn ich einen weißen Tee aus Oma´s Blumenkännchen genieße….

Grüne Weiße, Käfer vom Baum und Notizbuchkritzelei

Sommerabend mit dem Liebsten genießen. Wir zwei im Tiergarten mit nem schlafenden Kind im Charriot und einem vor Papas Bauch. Einfach herrlich, wenn man so zu viert zu zweit ausgehen kann…

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Die Kombination von Melone und Avocado im Feldsalat war großartig. Das werde ich zu Hause nachmachen.

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Käfer vom Baum gab es als Gratisbeilage. Weil ich die nicht so essen mochte, war eine gute Beobachtungsgabe gefragt. Die hatten nämlich die gleiche Farbe wie der Salat, die Avocado, das Brötchen, der Teller. Das waren Chamäleon-Käfer.

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Viele gute Gedanken und Iden aufgeschrieben. Die Leute gucken dann immer so:” Warum sitzen die da nebeneinander im Biergarten und kritzeln die ganze Zeit in Notizbüchern rum?”  Hier ist die Antwort: Wir machen das so gerne zusammen. Unsere Familienpläne gemeinsam formulieren, eigene Pläne abgleichen, uns gegenseitig von Ideen erzählen. Und damit das Brainstorming-Chaos danach nicht im Kopf rumfliegt: Aufschreiben. gaaanz wichtig.

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Und Alkohol ist einfach nichts für mich. Von der leckeren Berliner Weisse hat sogar mein Mann mit getrunken, aber hier war Schluss – ich wollte ja schließlich noch mit dem Fahrrad nach Hause fahren…