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Nightfever – wenn das Kängurukind krank ist

Eben war noch alles ganz prima. Doch dann wirst du kurz nach Mitternacht geweckt, weil das Kind ruft und jammert. Du wunderst Dich und bist vielleicht sogar erschrocken: Das Kind glüht ja richtig. Das Bett ist unter dem Köpfchen schon ganz nass geschwitzt. Nun rast das Gedankenkarussell: Haben wir Fieberzäpfchen im Haus? Wie lange können wir warten? Was sehe ich gleich beim Blick auf das Thermometer? Wann war noch gleich der richtige Zeitpunkt für Wadenwickel. Wir haben doch da irgendwo ein Buch, da steht doch…. und so weiter…

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Solche Augenblicke sind Dir fremd? Prima, dann war ein Kind bisher nie krank oder du hast schon einen tollen und eigenverantwortlichen Umgang mit dem Thema “fieberndes Kind” gefunden. Für viele Eltern ist so ein heißes Köpfchen immer wieder eine herausfordernde Situation in der es extrem schwer fällt die Füße still zu halten. Es geht doch nur um so wenige Gradunterschiede bis eine scheinbar gefährliche Grenze erreicht ist. Der heilende und für das heranreifende Immunsystem so wichtige Effekt von Fieber gerät immer mehr in Vergessenheit, wird verdrängt und ist unerwünscht.

Geduldiger Beobachter sein

Hast du Dich schon einmal gefragt, wie du wohl bei Fieber reagieren würdest, wenn du noch nie irgendeine fremde Meinung zu diesem Thema gehört oder gelesen hättest? Wie wäre es, wenn du Dich mit Deinem Kind auf einer Insel befinden würdest, zu der noch nie irgend eine Studie oder “wissenschaftliche Erkenntnisse” durchgedrungen wären? Würdest du ein Fieberthermometer oder ein Zäpfchen vermissen, wenn du von deren Existenz noch nie etwas gehört hast? Schließlich bleibt nur eine vernünftige und ganz rationale Möglichkeit des Handelns: Da Du ganz auf Dich und Deine Wahrnehmung angewiesen bist, wirst du zunächst einmal Ruhe bewahren und dazu übergehen Dein Kind noch genauer zu beobachten als sonst. Wenn es schläft und einen erhöhten Puls und eine schnellere Atemfrequenz hat, wirst du über seinen Schlaf wachen. Solange die Hände und Füße noch eher kühl sind, wirst du es gut zugedeckt schwitzen lassen und dafür sorgen, dass es ausreichend trinkt, wenn es wach ist. Ist schließlich der ganze Körper am arbeiten wie ein kleiner Hochofen, dann wirst du ganz selbstverständlich merken, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, dass Wärme abgegeben werden kann. Das Kind zeigt jetzt vielleicht auch, wie es das gerne möchte. Es stimmt lauwarmen Wadenwickeln zu oder möchte den Oberkörper frei und aufgedeckt haben. Immer noch beobachtest du Dein Kleines mit den Augen einer Adlermama. Du sorgst dafür, dass alle Termine abgesagt werden und nimmst Dir einfach die Zeit, die Dein Kind für seine Krankheit oder den Entwicklungsschub, oder den Zahndurchbruch braucht.

Auf die naturgegebenen elterlichen Instinkte vertrauen

Du bist an seiner Seite und merkst genau, wenn etwas aus dem Ruder läuft oder die Situation in irgend einer Form von einem guten Verlauf abweicht. Dann fällt Dir ein, dass es gut ist, dass wir in einem Land leben wo du dann die Möglichkeit hast dir Hilfe zu holen.  Die allermeisten Fieberverläufe verlassen ihren physiologischen Rahmen nicht, wenn wir gute Bedingungen dafür schaffen. Viel Aufmerksamkeit auf das Geschehen zu richten gehört dazu. Dann kann eine gut begleitete Fieberzeit zu einem intensiven Familienerlebnis werden, in der Bindung und Vertrauen gestärkt werden. Das Kind geht dann durchaus bestärkt und selbstbewusst aus seinem Umbauprozess hervor. Oft sind nach einer überstandenen Krankheitsphase sichtbare Veränderungen in der kindlichen Entwicklung vollzogen.

Gesundheitsförderung als Grundlage

Bei dieser an einem physiologischen Verlauf orientierten Fieberbegleitung wird von einem grundsätzlich gesunden Kind ausgegangen. D.h. ein (im besten Fall ungeimpftes) Kind ohne schwerwiegende Grunderkrankungen, die das Immunsystem betreffen. Es obliegt uns als Eltern, dieses Vertrauen in die Selbsheilungskräfte der Kinder zu bewahren oder zurück zu erlangen. Ich bin überzeugt, dass eine Ausrichtung auf die an sich völlig gesunde Natur des Menschen ein sehr wertvoller und lehrreicher Wegweiser sein kann, wenn es darum geht sich selbst und die Familie auch in Phasen von Krankheit (oder gerade dann) adäquat zu begleiten. Nur so kann langfristig eine stabile Familiengesundheit erreicht und erhalten werden.

Für Deinen Weg wünsche ich Dir viel Vertrauen und einen geduldigen und lebenslustigen kleinen Lehrmeister.

Deine HebAnnA

Als weiterführende Literatur empfehle ich die Kindersprechstunde von Wolfgang Goebel und Michaela Glöcker, Die Impfentscheidung, Homöopathie und die Gesunderhaltung von Kindern und Jugendlichen von Dr. Friedrich P. Graf.

 

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2 thoughts on “Nightfever – wenn das Kängurukind krank ist

  1. Du arme Kängurumama,
    so eine aufregende Nacht!
    Ja, es ist immer wieder ein Schreck wenn unsere Beuteltiere krank sind, meins verweigert das Fieber messen sogar völlig, da hilft nur Ruhe bewahren. Ich hoffe Dein Kind ist wieder völlig fit und alle anderen auch.
    Alles Gute

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